Bassdrumfelle – die richtige Balance zwischen Punch, Fundament und Sustain
Bassdrumfelle haben großen Einfluss darauf, wie deine Bassdrum reagiert und klingt. Konstruktion, Stärke, Dämpfung und Stimmung des Fells beeinflussen unter anderem Attack, Tiefe, Sustain und wie fokussiert die Bassdrum wahrgenommen wird.
Das bedeutet, dass du den Charakter einer vorhandenen Bassdrum deutlich verändern kannst, ohne die Trommel selbst auszutauschen. Ein relativ offenes Fell kann für mehr Resonanz und Bewegung im Ton sorgen, während ein stärker kontrolliertes Fell den kurzen und fokussierten Punch liefern kann, den viele für einen modernen Live- und Studiosound suchen.
Hier findest du Schlag-, Resonanz- und Meshfelle in verschiedenen Größen. Wenn du Felle für den Rest des Sets benötigst, findest du den gesamten Bereich unter Trommelfelle.
Schlag- oder Resonanzfell für die Bassdrum?
Eine akustische Bassdrum hat normalerweise auf beiden Seiten des Kessels ein Fell, und die beiden Felle haben unterschiedliche Funktionen.
Schlagfell
Das Schlagfell befindet sich auf der Pedalseite und ist das Fell, das vom Schlägel des Bassdrum-Pedals getroffen wird.
Es muss sowohl wiederholten Schlägen standhalten als auch die gewünschte Reaktion des Pedals ermöglichen. Die Konstruktion beeinflusst gleichzeitig Attack, Sustain und wie viel Energie in der Trommel in Bewegung versetzt wird.
Resonanzfell und Frontfell
Das Resonanzfell befindet sich an der Vorderseite der Bassdrum. Es wird nicht direkt getroffen, beeinflusst jedoch die Bewegung der Luft im Kessel und damit Sustain, Resonanz und Projektion.
Das aktuelle Sortiment umfasst unter anderem Resonanzfelle von Evans.
Welche Größe des Bassdrumfells benötige ich?
Der Durchmesser des Fells muss genau zum Durchmesser der Bassdrum passen. Das aktuelle Sortiment umfasst mehrere gängige Größen von 18" bis 26".
- 18" – kompakte Bassdrumgröße mit schneller Reaktion.
- 20" – vielseitige Größe mit ausgewogenem Verhältnis zwischen kompakter Reaktion und Fundament.
- 22" – eine bei modernen Schlagzeugsets sehr verbreitete Größe.
- 24" – größeres Luftvolumen und die Möglichkeit eines markanten, vollen Bassdrumcharakters.
- 26" – großer Durchmesser mit einem sehr körperlichen und tiefen Grundcharakter.
Die Größe allein bestimmt jedoch nicht den Klang. Die Konstruktion des Kessels, die Felle, die Stimmung und die Dämpfung sind mindestens ebenso wichtig.
Ein- oder zweilagiges Bassdrumfell?
Einlagige Felle
Ein einlagiges Fell kann für eine offenere und resonantere Reaktion sorgen. Das kann sinnvoll sein, wenn du mehr vom natürlichen Ton der Bassdrum hören möchtest und keine zu starke Kontrolle durch das Fell selbst wünschst.
Zweilagige Felle
Zweilagige Felle haben typischerweise einen kontrollierteren Charakter und eine höhere Widerstandsfähigkeit bei kräftigem Spiel.
Evans EMAD2 ist ein Beispiel aus dem aktuellen Sortiment für eine zweilagige Konstruktion, die mit Fokus auf Kontrolle und die Möglichkeit zur Formung des Bassdrum-Sustains entwickelt wurde.
Dämpfung der Bassdrum
Dämpfung ist eine der effektivsten Möglichkeiten, den Charakter der Bassdrum zu verändern.
Zu viel Dämpfung kann die Trommel kurz und leblos machen, während zu wenig mehr Sustain und mehr Obertöne erzeugen kann, als in einem bestimmten Mix benötigt werden.
Einige Bassdrumfelle verfügen daher über eine in die Konstruktion integrierte Dämpfung. Das sorgt für einen kontrollierteren Grundklang, ohne die Trommel zwangsläufig mit Kissen oder anderen Materialien füllen zu müssen.
Wenn du den Grad der Kontrolle selbst anpassen möchtest, kannst du dir auch unsere separate Auswahl an Dämpfung für Trommeln ansehen.
Was ist ein EMAD-Bassdrumfell?
Das Evans EMAD-System wurde entwickelt, um die Dämpfung der Bassdrum leichter kontrollierbar zu machen. EMAD steht für Externally Mounted Adjustable Damping und verwendet eine außen am Fell angebrachte Dämpfungslösung.
Dadurch lässt sich am Sustain der Bassdrum arbeiten, ohne die Trommel selbst dauerhaft zu verändern. Im aktuellen Sortiment befindet sich unter anderem Evans EMAD2 Clear Bass in 22".
Bassdrumfelle für Rock und kräftiges Spiel
Bei kräftigem Spiel wünschen sich viele Schlagzeuger ein deutliches Attack, gute Haltbarkeit und ein Fundament, das sich präzise mit Bassgitarre und dem Rest der Band verbinden lässt.
Ein zweilagiges oder gedämpftes Fell kann ein guter Ausgangspunkt sein, aber es gibt keine Regel, dass Rock eine bestimmte Konstruktion erfordert. Ein einlagiges Fell kann durchaus funktionieren, wenn sein offenerer Charakter besser zur Musik passt.
Bassdrumfelle für Jazz und akustische Musik
Wenn die Bassdrum einen offeneren Ton und ein natürliches Sustain haben soll, kann ein weniger stark gedämpftes Fell interessant sein.
Bei kleineren Bassdrums kann eine offene Stimmung für einen deutlichen tonalen Charakter sorgen, der gut in Musik funktioniert, in der die Bassdrum nicht nur einen kurzen tieffrequenten Punch liefern soll.
Entscheidend ist daher nicht das Genre auf dem Etikett, sondern wie die Bassdrum mit dem Rest des Sets zusammenspielen soll.
Bassdrumfelle fürs Studio
Im Studio können sowohl offene als auch kontrollierte Bassdrums funktionieren. Die Wahl hängt vom Arrangement und der gewünschten Produktion ab.
Eine kurze Bassdrum lässt sich leicht in einem dichten Mix platzieren, während eine resonantere Trommel für mehr natürliche Tiefe und Charakter sorgen kann.
Am wichtigsten ist, dass das Fell in gutem Zustand und stabil gestimmt ist und einen Grundklang liefert, der zur Aufnahme passt. In der Regel lässt sich mit einem guten akustischen Grundklang leichter weiterarbeiten, als eine schlecht gestimmte Bassdrum nachträglich zu reparieren.
Bassdrumfelle für den Live-Einsatz
Live werden oft ein deutliches Attack und ein stabiler Klang bevorzugt, der sich über das PA-System leicht bearbeiten lässt. Hier kann ein kontrolliertes Sustain praktisch sein, insbesondere auf größeren Bühnen oder in Räumen mit viel natürlichem Nachhall.
Das bedeutet nicht, dass die Bassdrum völlig trocken sein muss. Sie sollte immer noch genügend Körper haben, um wie eine Trommel und nicht nur wie der Anschlag des Schlägels zu klingen.
Coated- oder Clear-Bassdrumfell?
Clear-Felle werden häufig mit einem deutlichen und direkten Attack verbunden, während Coated-Konstruktionen etwas runder wirken können.
Bei der Bassdrum sollte die Wahl jedoch zusammen mit Lagen, Stärke, Dämpfung und Stimmung betrachtet werden. Die Oberfläche allein bestimmt nicht den endgültigen Klang der Trommel.
Bassdrumfell und Pedalreaktion
Die Spannung des Schlagfells beeinflusst auch das Spielgefühl des Pedals. Ein strafferes Fell sorgt typischerweise für einen schnelleren Rebound, während sich ein lockerer gespanntes Fell weicher anfühlen und mehr Bewegung im Fell ermöglichen kann.
Daher sollten Fell und Trommelpedal als Teile derselben Spielfläche betrachtet werden. Eine Änderung der Fellstimmung ist direkt im Fuß spürbar.